Schrittlänge für den Schrittzähler einstellen

Der eine Wert, der über alle Kilometerangaben Ihres Schrittzählers entscheidet: wie Sie ihn in fünf Minuten messen, wo er im Gerät steht, welche Einheit gemeint ist und wie Sie ihn ohne zweite Messung nachjustieren.

Die Antwort in zwei Sätzen

Gehen Sie eine bekannte Strecke normal ab, zählen Sie jeden Fußaufsatz und teilen Sie die Strecke in Metern durch die Schrittzahl: 100 Meter in 137 Schritten ergeben rund 0,73 m, also 73 Zentimeter zum Eintragen. Ohne Messmöglichkeit nehmen Sie als Startwert die Körpergröße mal 0,415 (Männer) beziehungsweise mal 0,413 (Frauen), bei 175 cm also rund 73 beziehungsweise 72 Zentimeter. Alle Angaben sind Näherungswerte.

Schrittlänge in Metern = Teststrecke in Metern ÷ gezählte Schritte

Schrittlänge im Rechner prüfen und Schritte umrechnen

Warum die Schrittzahl stimmt und die Kilometer nicht

Ein Schrittzähler misst nur eines wirklich: Erschütterungen, aus denen er Schritte ableitet. Die Kilometer entstehen erst danach, durch eine simple Multiplikation mit der hinterlegten Schrittlänge. Wer diesen Wert nie angefasst hat, läuft mit einer aus der Körpergröße geschätzten Voreinstellung, und die kann je nach Gangbild um mehrere Zentimeter danebenliegen.

Das bleibt folgenlos, solange Sie nur Schritte zählen. Sobald Sie Kilometer, Gehzeit oder Kalorien ablesen, hängt alles an diesem einen Feld. Deshalb lohnt sich die Kalibrierung genau einmal, und dann jahrelang nicht mehr.

Schritt für Schritt: die Teststrecke

Die Messung dauert keine fünf Minuten und schlägt jede Formel, weil sie Beinlänge, Gangbild und Schuhe automatisch mitnimmt.

  1. Strecke wählen. Ideal sind 100 Meter am Stück: eine Bahn im Stadion, ein abgemessener Gehweg oder eine per Kartendienst ausgemessene Gerade. Eine Rundbahn hat 400 Meter Umfang, eine Viertelrunde also genau 100 Meter.
  2. Anlauf nehmen. Die ersten Schritte aus dem Stand sind kürzer als das normale Gehen. Starten Sie die Zählung erst, wenn Sie in Ihrem Alltagstempo sind, und lassen Sie die Strecke vorher rund fünf Meter beginnen.
  3. Jeden Fußaufsatz zählen. Links, rechts, links: jeder einzelne zählt. Der häufigste Fehler ist, nur die Aufsätze eines Fußes zu zählen und damit den doppelten Wert zu erhalten.
  4. Teilen. Meter durch Schritte. Kommastellen ruhig auf zwei Nachkommastellen runden, mehr Genauigkeit gibt die Methode nicht her.
  5. Zweimal messen. Zwei Durchgänge, Mittelwert bilden. Weichen sie um mehr als zwei bis drei Schritte voneinander ab, war das Tempo unterschiedlich.

Die folgende Tabelle spart das Rechnen. Sie gilt für eine Teststrecke von genau 100 Metern.

Schritte auf 100 mSchrittlängeEingabewertSchritte pro km10.000 Schritte
120ca. 0,83 m83 cmca. 1.200ca. 8,33 km
125ca. 0,80 m80 cmca. 1.250ca. 8,00 km
130ca. 0,77 m77 cmca. 1.300ca. 7,69 km
135ca. 0,74 m74 cmca. 1.350ca. 7,41 km
140ca. 0,71 m71 cmca. 1.400ca. 7,14 km
145ca. 0,69 m69 cmca. 1.450ca. 6,90 km
150ca. 0,67 m67 cmca. 1.500ca. 6,67 km
155ca. 0,65 m65 cmca. 1.550ca. 6,45 km
160ca. 0,63 m63 cmca. 1.600ca. 6,25 km
165ca. 0,61 m61 cmca. 1.650ca. 6,06 km
170ca. 0,59 m59 cmca. 1.700ca. 5,88 km

Der Zusammenhang ist bequem: Auf 100 Metern gezählte Schritte mal zehn ergeben direkt die Schritte pro Kilometer. Wer 137 Schritte braucht, kommt also auf rund 1.370 Schritte pro Kilometer.

Wenn keine 100 Meter zur Verfügung stehen

Auch ein Flur, ein Innenhof oder ein Parkplatz reicht, das Ergebnis wird nur etwas gröber: Bei 30 Metern verschiebt ein einzelner falsch gezählter Schritt das Ergebnis um rund zwei Zentimeter, bei 100 Metern nur um einen halben.

Schritte auf 30 mSchrittlängeEingabewertSchritte pro km
36ca. 0,83 m83 cmca. 1.200
38ca. 0,79 m79 cmca. 1.267
40ca. 0,75 m75 cmca. 1.333
42ca. 0,71 m71 cmca. 1.400
44ca. 0,68 m68 cmca. 1.467
46ca. 0,65 m65 cmca. 1.533
48ca. 0,63 m63 cmca. 1.600

Auf einer 20-Meter-Strecke sollten Sie mindestens drei Durchgänge machen und mitteln. Wie sich die Messung sonst noch anstellen lässt, steht ausführlich unter Schrittlänge messen.

Der Startwert aus der Körpergröße

Solange Sie nicht zum Messen kommen, ist die Kalibrierungsformel der beste verfügbare Näherungswert und meist deutlich besser als gar keine Einstellung. Die dritte und vierte Spalte sind für die wenigen Geräte gedacht, die den Doppelschritt wollen.

KörpergrößeEingabe MännerEingabe FrauenDoppelschritt MännerDoppelschritt Frauen10.000 Schritte (Männer)
155 cmca. 64 cmca. 64 cmca. 129 cmca. 128 cmca. 6,43 km
160 cmca. 66 cmca. 66 cmca. 133 cmca. 132 cmca. 6,64 km
165 cmca. 68 cmca. 68 cmca. 137 cmca. 136 cmca. 6,85 km
170 cmca. 71 cmca. 70 cmca. 141 cmca. 140 cmca. 7,05 km
175 cmca. 73 cmca. 72 cmca. 145 cmca. 145 cmca. 7,26 km
180 cmca. 75 cmca. 74 cmca. 149 cmca. 149 cmca. 7,47 km
185 cmca. 77 cmca. 76 cmca. 154 cmca. 153 cmca. 7,68 km
190 cmca. 79 cmca. 78 cmca. 158 cmca. 157 cmca. 7,89 km

Zwischenwerte und die Herleitung der Faktoren stehen unter Schrittlänge berechnen, eine Referenztabelle in Zwei-Zentimeter-Schritten von 150 bis 200 cm unter Schrittlänge Tabelle nach Körpergröße.

Einzelschritt oder Doppelschritt: die häufigste Fehlerquelle

Fast alle Geräte meinen mit "Schrittlänge" den Einzelschritt, also den Abstand vom linken zum rechten Fußaufsatz. Er liegt bei Erwachsenen typisch zwischen 60 und 85 Zentimetern. Einige wenige Modelle und einige englischsprachige Oberflächen fragen dagegen nach der "stride length", und das ist der volle Doppelschritt von rund 120 bis 160 Zentimetern.

Die Unterscheidung ist leicht zu prüfen: Tragen Sie Ihren Wert ein, gehen Sie eine Strecke, deren Länge Sie kennen, und vergleichen Sie. Zeigt die App etwa das Doppelte der tatsächlichen Strecke, haben Sie einen Einzelschritt in ein Doppelschritt-Feld geschrieben. Zeigt sie ungefähr die Hälfte, ist es umgekehrt. Der Plausibilitätsanker: Ein Wert um 1,40 m ist nie ein Einzelschritt.

Wo der Wert bei den gängigen Systemen steht

Die Menüpfade ändern sich mit jeder App-Version, die Logik dahinter nicht. Grob gibt es drei Familien.

SystemManuelle Schrittlänge?Typischer Weg
Einfacher Pedometer (Clip, Armband ohne App)ja, PflichtangabeEinstellungen am Gerät, Eingabe meist in cm, teils zusätzlich Körpergewicht
FitbitjaApp, Profilbereich mit den persönlichen Angaben, getrennte Felder für Gehen und Laufen
Garminja, zusätzlich automatische GPS-KalibrierungGarmin Connect, Benutzereinstellungen; Uhren mit GPS korrigieren den Wert im Freien selbst
Samsung Healthje nach VersionProfil beziehungsweise Einstellungen des Schrittzählers; sonst aus der Körpergröße abgeleitet
Apple Health und Apple WatchneinKalibrierung über Ortungsdienste und Bewegungsdaten, mehrere Außeneinheiten mit GPS
Google Fit und Pixel WatchneinDistanz aus Sensordaten und GPS, keine Eingabemöglichkeit

Bei den beiden letzten Familien führt kein Weg über ein Eingabefeld. Dort hilft nur, dem System Referenzdaten zu geben: zwei bis drei Runden im Freien bei gutem GPS-Empfang, einmal gemütlich und einmal zügig, danach wird die geschätzte Strecke im Alltag spürbar genauer. Wer trotzdem einen belastbaren Kilometerwert braucht, rechnet die Schritte lieber selbst um, zum Beispiel im Rechner auf der Startseite.

Was ein falscher Wert kostet

Die Tabelle nimmt an, dass Ihre tatsächliche Schrittlänge 0,73 m beträgt, im Gerät aber ein anderer Wert steht. Gerechnet für 10.000 Schritte, die Kalorien für 75 kg bei normalem Gehtempo von 5 km/h.

EingestelltAngezeigte StreckeAbweichungrelativangezeigte kcal
0,60 mca. 6,00 kmca. 1,30 km zu wenigca. 18 %ca. 350 kcal
0,65 mca. 6,50 kmca. 0,80 km zu wenigca. 11 %ca. 379 kcal
0,68 mca. 6,80 kmca. 0,50 km zu wenigca. 7 %ca. 396 kcal
0,70 mca. 7,00 kmca. 0,30 km zu wenigca. 4 %ca. 408 kcal
0,73 mca. 7,30 kmkorrekt0 %ca. 425 kcal
0,75 mca. 7,50 kmca. 0,20 km zu vielca. 3 %ca. 437 kcal
0,78 mca. 7,80 kmca. 0,50 km zu vielca. 7 %ca. 455 kcal
0,80 mca. 8,00 kmca. 0,70 km zu vielca. 10 %ca. 466 kcal
0,85 mca. 8,50 kmca. 1,20 km zu vielca. 16 %ca. 495 kcal

Die Rechnung ist streng linear: Fünf Zentimeter Abweichung ergeben über 10.000 Schritte genau 0,5 km, bei täglich 10.000 Schritten also rund 183 km im Jahr. Das ist die Strecke von München nach Nürnberg, entstanden allein in einem Eingabefeld. Wie die Kalorienspalte zustande kommt, erklärt Schritte in Kalorien.

Nachjustieren ohne zweite Messung

Wenn im Gerät schon ein Wert steht und Sie eine Strecke bekannter Länge gegangen sind, brauchen Sie nichts neu zu zählen. Es genügt der Dreisatz: Sie multiplizieren die eingestellte Schrittlänge mit dem Verhältnis aus tatsächlicher und angezeigter Strecke.

neue Schrittlänge = alte Schrittlänge × (tatsächliche Strecke ÷ angezeigte Strecke)

Die Tabelle zeigt das Ergebnis für eine tatsächlich gegangene Strecke von 2,00 km bei einer eingestellten Schrittlänge von 0,75 m. Zwei Kilometer sind dafür eine gute Wahl: lang genug für ein stabiles Ergebnis, bei normalem Tempo rund 24 Minuten.

App zeigt anKorrekturfaktorneuer WertRichtung
1,70 kmca. 1,176ca. 88 cmSchrittlänge war zu klein
1,80 kmca. 1,111ca. 83 cmzu klein
1,90 kmca. 1,053ca. 79 cmleicht zu klein
2,00 km1,00075 cmpasst
2,10 kmca. 0,952ca. 71 cmleicht zu groß
2,20 kmca. 0,909ca. 68 cmzu groß
2,30 kmca. 0,870ca. 65 cmzu groß

Wichtig ist, dass die Vergleichsstrecke wirklich stimmt. Eine GPS-Aufzeichnung derselben Runde taugt dafür nur bedingt, weil GPS in Städten und unter Bäumen selbst um einige Prozent danebenliegt. Verlässlicher sind eine Stadionbahn, ein Beschilderungspunkt an einem Wanderweg oder eine im Kartendienst nachgemessene Gerade.

Gehen und Laufen getrennt einstellen

Manche Geräte bieten zwei Felder an, und das aus gutem Grund: Beim Laufen ist der Schritt deutlich länger als beim Gehen, ein gemeinsamer Wert kann nur eine der beiden Bewegungsarten treffen. Messen Sie beide gleich: einmal die Teststrecke in normalem Gehtempo, einmal im gewohnten Lauftempo, jeweils mit fliegendem Start.

Auch innerhalb des Gehens schwankt der Wert. Der Rechner dieser Seite setzt für Schlendern rund zehn Prozent weniger und für zügiges Gehen rund zehn Prozent mehr an, was bei 0,73 m grob 0,66 m und 0,80 m ergibt. Für die Kalibrierung nehmen Sie das Tempo, in dem Sie den größten Teil Ihrer Schritte machen, und das ist bei den meisten Menschen das Alltagstempo, nicht die sportliche Runde.

Drei Gegenproben nach der Kalibrierung

  • Die Kilometerprobe: Eine Runde bekannter Länge gehen und die Anzeige vergleichen. Bis rund drei Prozent Abweichung ist alles in Ordnung.
  • Die Meilenprobe: Bei 0,73 m Schrittlänge braucht eine Meile rund 2.205 Schritte. Die verbreitete Faustregel "2.000 Schritte sind eine Meile" passt erst ab etwa 0,80 m und damit für die wenigsten.
  • Die Bahnprobe: Eine 400-Meter-Runde kostet bei 0,73 m rund 548 Schritte. Wer deutlich darunter oder darüber liegt, hat entweder anders gezählt oder ein anderes Tempo als bei der Messung.

Was die neu eingestellte Schrittlänge für Ihr Tagesziel bedeutet, zeigt die Seite 10.000 Schritte in km. Und wer gerade kein Gerät zum Kalibrieren hat: Schritte zählen ohne Schrittzähler erklärt, wie man die Schrittzahl aus Gehzeit oder Strecke rechnet.

Eigene Schrittlänge, Tempo und Gewicht im Rechner eingeben

Alle Angaben sind Näherungswerte. Menüpfade und Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Gerät, Hersteller und App-Version. Die Formel nach Körpergröße ist eine Kalibrierungsnäherung und ersetzt keine eigene Messung.

Häufige Fragen

Wie messe ich die Schrittlänge für meinen Schrittzähler?

Eine bekannte Strecke normal abgehen, dabei jeden Fußaufsatz zählen und die Strecke in Metern durch die Schrittzahl teilen. 100 Meter in 137 Schritten ergeben rund 0,73 m. Je länger die Teststrecke, desto genauer das Ergebnis.

Welche Schrittlänge soll ich eintragen, wenn ich nicht messen kann?

Als Startwert die Formel Körpergröße × 0,415 (Männer) beziehungsweise × 0,413 (Frauen). Bei 175 cm sind das rund 73 beziehungsweise 72 Zentimeter. Diesen Wert eintragen und nach der ersten Runde bekannter Länge nachjustieren.

Will mein Schrittzähler den Einzelschritt oder den Doppelschritt?

Fast immer den Einzelschritt, also den Abstand zwischen linkem und rechtem Fußaufsatz, typisch 60 bis 85 Zentimeter. Zeigt die App nach dem Eintragen plötzlich doppelt so viele Kilometer wie erwartet, war das Feld für den Doppelschritt von 120 bis 160 Zentimetern gedacht.

Wie stark verfälscht eine falsch eingestellte Schrittlänge die Kilometer?

Sehr direkt, denn die Kilometer sind reine Multiplikation. Fünf Zentimeter Abweichung sind über 10.000 Schritte bereits 0,5 km, bei täglich 10.000 Schritten rund 183 km im Jahr. Die gezählten Schritte selbst bleiben davon unberührt.

Warum kann ich bei Apple Health oder Google Fit keine Schrittlänge eintragen?

Diese Systeme schätzen die Schrittlänge selbst und gleichen sie beim Gehen und Laufen im Freien mit dem GPS-Signal ab. Statt eines Eingabefeldes gibt es dort eine Kalibrierungsphase: einige Außeneinheiten mit gutem Empfang, danach werden die Strecken deutlich genauer.